Der Ballermann liegt jetzt am Tegernsee?
von Matthias Stahl
Vergessene Zimmer, verlockende Thaimassage, versoffene Reisegruppe
Dass die jährliche Fahrt der Basaltköppe & Friends an den Tegernsee nass wird, ist nichts Besonderes – zumindest hatte auch in den Jahren zuvor niemand über trockene Kehlen geklagt. Diesmal war es dann aber doch etwas zu viel der Nässe. Und das lag am tagelangen Dauerregen. Die Wetterprognose vorab konnte schon nicht dazu verleiten, allzu viele kurze Hosen und T-Shirts einzupacken. Und so machte sich am Samstagmorgen nach dem Marienberger Firmenlauf eine 14-köpfige Gruppe (Doris & Erwin waren bereits am Freitag angereist) bepackt mit Winterjacken und Regenschirmen auf den Weg gen Südosten der Republik – dorthin, wo das Tegi immer noch am besten schmeckt. Bei der obligatorischen Frühstückspause auf dem Autobahnrasthof sorgte eine kalte Brise dafür, dass Fleischwurst, Brötchen und Nussecken schnell in den Mägen verschwanden. Spätestens mit der mittäglichen Ankunft am Tegernsee bei 3°C und Regen war klar, dass dieser Tage die Indooraktivitäten die Oberhand behalten sollten. Zum Glück hat das Tegernseer Braustüberl ein solides Dach…
Doch zunächst galt es, eine Aufgabe zu meistern: In den Wirrungen einer früheren Zimmerbuchung und dem später verlegten Termin war es offenbar zu Missverständnissen gekommen. Es fehlten zwei Zimmer, sodass sich Sascha und Matthias ausquartieren und eine andere Unterkunft suchen mussten. Nachdem die gefunden war, konnte die Ankunft endlich zelebriert werden. Aufgrund des miserablen Wetters fanden die Wenigsten an diesem Samstag nochmal den Weg nach draußen, die Stube der Pension war „the place to be“.
Einige Stunden Schlaf und ein ausgewogenes Frühstück mussten dann als Regeneration vom Vortag ausreichen, denn Sunday ist Run Day! Der Wettergott muss ein Läufer sein. Der Tegernseelauf fand am einzigen regenfreien Tag der Reise statt. Mehr oder weniger ausgeruht und verkatert gingen die Basaltköppe & Friends um 10:30 Uhr an den Start, unterstützt durch den mitgereisten Fanclub der BegleiterInnen. Über die halbe Marathondistanz starteten Olli H., Matthias, Michael und als Halbmarathon-Neulinge Carmen und Tegernseenovize Stefan. Die 10-km-Strecke machten Kai, Sascha, Olli N., Markus, Michaela und Doris unsicher.
Michael zeigte, dass sich das Aussetzen zwei Tage zuvor beim Firmenlauf gelohnt hatte: Er absolvierte die 21,1 km nach 1:52:13 h in neuer PB. Herzlichen Glückwunsch! Ebenfalls klasse Leistungen zeigten Carmen (2:00:35 h) und Stefan (2:07:22 h), die jeweils ihren ersten HM überhaupt finishten. Stefan ließ bei seinem allerersten Laufwettkampf keinerlei Zweifel am Finish aufkommen. Carmen blieb knapp über ihrer Wunschzeit. Wohl absichtlich, um einen Grund zu haben, nächstes Jahr nochmal eine ganze Runde um den See drehen zu dürfen. Olli H. hatte – vermutlich aufgrund eines Alkoholdefizits am Vortag – mit ein paar kleineren körperlichen Problemchen zu kämpfen und kam nach 1:34 h ins Ziel. Für Matthias lief es nach der Corona-Infektion drei Wochen zuvor besser als erwartet, er lief nach 1:32 h über die Linie. Unplanmäßig war er damit schnellster Basaltkopp und qualifizierte sich zu seinem Unmut somit wieder für das Verfassen dieses Berichts.
Schon längst mit Bier ausgestattet warteten derweil die 10er. Kai erreichte nach 45:23 Min. AK-Platz 5 und Rang 42 von 770 insgesamt – damit sicherte er sich die direkte Qualifikation für den HM im nächsten Jahr. Sascha lief mit geflicktem Knie besser als je zuvor, unverhofft unter einer Stunde in 58:35 Min. Auch Olli N. legte mit 48:29 Min. eine sehr gute Zeit hin, Doris blieb im stark besetzen Feld ihrer Altersklasse unter der Stundenmarke und kam auf AK-Rang 4. Markus startete für die WSG. Dafür waren seine 56:12 Min. eine beachtliche Leistung. 😉 Michaela komplettierte unser Starterfeld mit einer Zeit von 1:02:46 h.
Aufgrund der Abwesenheit des vielbeschäftigten Dauerstarters Kai Pflaume hätten die Veranstalter in diesem Jahr ausreichend Raum für eine Würdigung der Basaltköppe gehabt, die nun schon seit Jahren in großer Zahl teilnehmen. Leider blieb diese abermals aus. Aber wenn es eines gibt, das die Basaltköppe & Friends gut können, dann ist es sich selbst feiern. Und so begann dann auch der härtere Teil des Tages erst nach der Zielankunft mit dem Besuch des Brauhauses. Nach diversen Runden Hellem und Willi sowie zünftiger Jause wurde die Party aufgrund des aufkommenden Regens wieder in die Pensionsstube verlegt, wo wie immer ausgelassen gefeiert wurde. Neben der Verkostung bewährter Klassiker wurde mit der „Honigluft“ en passant noch eine neue Spirituosenspezialität erfunden, von der noch viel zu hören sein wird (Stichwort Weihnachtsgeschenk). DJ Olli heizte den Anwesenden ein, bis das Tanzbein geschwungen wurde.
Den Bewohnern der angrenzenden Zimmer schien die Musikauswahl nicht allzu sehr zu gefallen, wie wir am nächsten Morgen durch den Herbergsvater erfahren mussten. Die nächtlichen Verhältnisse in der Stube seien wie auf einer „Ballermannparty“ gewesen und man habe kein Auge zu tun können. Abgesehen davon, dass es im Gegensatz zu einer echten Ballermannparty zu keinerlei öffentlichen Paarungsakten kam und auch keine Kotzelachen entstanden sind, mag dies trotzdem einer der Gründe sein, warum für die Basaltköppe im nächsten Jahr kein Zimmer in der Pension frei ist?! Oder ist es die Tatsache, dass niemand die neuerdings von Lucki angebotenen Thaimassagen in Anspruch nahm? Am mangelnden Getränkeumsatz kann es jedenfalls nicht liegen.
Der verregnete Montagmorgen ließ Raum für individuelle Reiseplanungen. Die einen schliefen lange aus, andere tigerten durch die heimische Shoppingszene. Spaziergänge, Saunagänge mit anschließender Erfrischung im See und ein Jogginglauf über die Schneegrenze hinaus gehörten ebenso dazu. Und einer wollte den lokalen Reifendienst testen und den Aufenthalt verlängern und fuhr sich zu diesem Zweck einen Nagel in den Reifen. Nachmittags stand dann der Abschluss in wieder voller Besetzung (Achtung: doppeldeutig) im Braustüberl an. Bei Bier und Willi ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren und kamen zu dem Fazit, dass trotz des miesen Wetters die Fortsetzung im nächsten Jahr auf jeden Fall stattfinden soll.
Ergebnisse Halbmarathon
| Name | Zeit | Rang AK | Rang gesamt |
|---|---|---|---|
| Matthias | 1:32.28 h | 26 / 543 (M40) | 179 / 3926 |
| Olli H. | 1:34:39 h | 12 / 344 (M50) | 237 / 3926 |
| Michael | 1:52:13 h | 227 / 543 (M40) | 1330 / 3926 |
| Carmen | 2:00:35 h | 77 / 228 (W40) | 2143 / 3926 |
| Stefan | 2:07:22 h | 413 / 543 (M40) | 2636 / 3926 |
Ergebnisse 10 km
| Name | Zeit | Rang AK | Rang gesamt |
|---|---|---|---|
| Kai | 45:23 Min. | 5 / 62 (M50) | 42 / 770 |
| Olli N. | 48:29 Min. | 8 / 62 (M50) | 69 / 770 |
| Markus | 56:12 Min. | 25 / 62 (M50) | 268 / 770 |
| Sascha | 58:35 Min. | 44 / 77 (M40) | 339 / 770 |
| Doris | 59:18 Min. | 4 / 12 (W60) | 365 / 770 |
| Michaela | 1:02:46 h | 28/59 (W50) | 470 / 770 |