Mountainman Reit im Winkl

von Matthias Stahl

Reit im Winkl - nur wenige Kilometer entfernt vom "Haupt-Spektakel" der Basaltköppe am Tegernsee fand dort am letzten September-Wochenende der Mountainman statt. Anstatt am See eine flotte Sohle auf den Asphalt zu legen, entschieden sich Sebi und Matthias für die grobstolligen Trailschuhe und die Chiemgauer Forst- und Wanderwege. 52 km mit 2.200 hm waren auf der XL-Strecke zu bewältigen. Ein lupenreiner Ultratrail und um es vorweg zu nehmen: Beide Basaltköppe erreichten das Ziel!

Am Freitag, dem Anreisetag, gab es keine Verpflichtungen. Die Startunterlagen waren vorab bequem nach Hause gesendet worden. Und dennoch bot es sich an den Nachmittag zu nutzen, um sich den Start-/Zielbereich sowie die ersten und letzten Kilometer der Strecke bei einem Spaziergang anzuschauen. Das Höhenprofil schien deutlich leichter, die Wege lieblicher als beim Stubai-Ultratrail einige Monate zuvor. Dennoch kann auf einer solch langen Distanz immer alles passieren, weshalb sich neben der Vorfreude auch eine gehörige Portion Respekt und Aufregung in unseren beiden Startern breit machte. Und so machten sich Sebi und Matthias nach einer kurzen Nacht mit schlechtem Schlaf am Samstagmorgen begleitet von Matthias' Frau auf den Weg zum Start.

Das Wetter spielte mit. Bei 7°C und tiefhängenden Wolken aber ohne Regen fiel der Startschuss um 7 Uhr und schickte die Läuferinnen und Läufer der XL- und L-Strecke im Morgengrauen in Richtung Berge. Sebi und Matthias liefen die ersten 12 km gemeinsam bis zur Verpflegung an der Nattersbergalm. Sebi musste zu dem Zeitpunkt jedoch über Rückenschmerzen klagen, weshalb ab dort jeder sein eigenes Tempo lief. Die Rückenschmerzen ließen zum Glück im anschließenden Downhill zum Seegatterl nach und so ging es für beide ein paar Minuten getrennt voneinander hinauf zur Winklmoosalm. Dort erwartete Caro die beiden und half bei der Versorgung.

Der folgende Streckenabschnitt stellte sich als fordernd, aber durchaus schön heraus: Der Trail führte etwa 1 km über einen Holzsteg mit aufgeschraubten Holzleisten in "falscher" Schrittlänge leicht bergan, dann steil über eine matschige Skipiste hinauf nach Österreich. Oben angekommen riss der wolkenverhangene Himmel auf und bot fantastische Panoramaaussichten tief in die Alpen hinein bei strahlendem Sonnenschein. Der flowige Gletscherblick-Pfad ließ fast vergessen, dass noch 20 km bevorstanden.

Die weitaus meisten Höhenmeter und ein weiterer langer Downhill über steiniges Terrain waren geschafft und so wähnte man sich 7 km vor dem Ziel schon fast sicher. Doch eine letzte, beinharte Herausforderung sollte noch folgen: In kurz getackteten Serpentinen führte der Trail vom Kleinen Steinbach äußerst steil und stufig 150 hm hoch zur Zwerchenbergalm. Ein Kraftakt, der sowohl Matthias als auch Sebi ein paar Flüche in Richtung Streckenplaner entlockte. Den daraus folgenden Krämpfen in den Beinen war es geschuldetet, dass die Pace auf den letzten 4 Kilometern nicht mehr so hoch war wie gewünscht, aber für einen einigermaßen "flüssigen" Zieleinlauf reichte es dann noch: Matthias kam nach 6:28 h (Rang 29/146) über die Linie, Sebastian nach 7:52 h (Rang 88) - ein tolles Ende eines langen Longruns!

Während der restliche Samstag im Zeichen von Belohnung und Regeneration stand, gab es am Sonntagvormittag noch einen Programmpunkt: Auf der Heimreise machten Sebi, Matthias und Caro einen Zwischenstopp am Tegernsee und feuerten die restlichen Basaltköppe & Friends beim dortigen Halbmarathon und 10km-Lauf an. Der Bericht hierzu folgt...

Zurück